Mercedes-Benz Typ 540 K Cabriolet B

Ein wunderschön erhaltener Mercedes-Benz 540 K in originaler Anmutung, dezenter Patina und dokumentierter Historie.

Technische Daten
Unsere ID 1187
Hersteller Mercedes-Benz
Model 540 K Cabriolet B
Produktions-Zeitraum 1936-1939
Baujahr 1938
Lenkung Rechtslenker
Exterieur Grau / weiß
Interieur Leder schwarz
Motor 8 Reihenmotor
Hubraum 5.363 ccm
Leistung 132kW/185PS
Extras -

Verfügbarkeit

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Die Ära...

...oder wie war das damals eigentlich?

Die Mercedes-Benz Baureihe W 29 mit dem 1934 vorgestellten Typ 500 K und dem 1936 nachfolgenden 540 K war die Weiterentwicklung der legendären und unter Ferdinand Porsche entwickelten Mercedes-Benz Typen SS und SSK und galt in den späten dreißiger Jahren als das absolute nonplusultra sportlicher Repräsentationsfahrzeuge für ein weltweit handverlesenes Publikum. Die im Laufe von fünf Jahren bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs in verschiedenen Karosserieaufbauten und als Chassis in Manufakturbauweise hergestellte Baureihe 500 K / 540 K - kam in ihren verschiedenen Karosserie-Varianten auf eine Gesamtstückzahl von lediglich 750 Fahrzeugen. Das allein zeigt schon die absolute Exklusivität dieser Baureihe.

Mit der Einführung des 500 K hatte das Kürzel "K" für Kompressor den offiziellen Einzug in die Mercedes-Benz Typenbezeichnungen gefunden und stand für das "State of the Art" bei Hochleistungsmotoren in der damaligen Automobilentwicklung. Bei dem für die Baureihe neu entwickelten Motor handelt es sich um einen Reihen-Achtzylinder mit 4.982 ccm, bzw. 5.401 ccm,jeweils mit Kompressoraufladung. Die Motorleistung lag bei 100  bzw. 115 PS und 160 bzw. 180 PS mit zugeschaltetem Kompressor.

Der 500 / 540 K wurde mit verschiedenen Chassisabmessungen gebaut. Das Normal-Chassis hatte eine Läge von 3.290 mm das auch dem des um 185 mm zurück versetzten Motor und Getriebe entspricht. Auf dem Normal-Chassis wurden die viertürigen Limousinen, die zweitürigen Tourenwagen und die Cabriolets B und C sowie mit zurück versetzter Antriebseinheit das Cabriolet A, das Coupé, der Spezial-Roadster und der Autobahnkurier angeboten. Auf dem kurzen Fahrgestell mit einer Länge von 2.980 mm gab es den Sport-Roadster und das Sport-Coupé.

Die 500 K / 540 K Baureihe war eine äußerst gelungene Melange aus Sportwagen und Luxusautomobil. Sie verkörperte auf perfekte Art und Weise die Synthese aus hochleistungsorientierter Technik mit einer Auslegung auf Alltagstauglichkeit, Langlebigkeit und Komfort. "Robust und haltbar für Jahre gebaut" so die Aussage in einem damaligen Verkaufsprospekt und man hätte tatsächlich auch von Jahrzehnten sprechen können. Allerdings vermissten manche der "Gusseisernen" den brutalen Biss der S-Baureihe mit ihren riesigen Königswellen Sechszylinder-Motoren. Die 500 / 540 K Baureihe war gegen diese "Urtiere" zahm und zivilisiert. Sie gab sich weniger martialisch, denn sie war nicht für kompromisslose Höchstleistung ausgelegt. Sie bot den Komfort den die S-Typen vermissen ließen und waren in ihrem Auftritt das was man später als Gran-Turismo bezeichnet hat.

Das alles gilt in verstärktem Maße für den ab 1936 aufgewerteten 540 K mit dem größeren Hubraum und der daraus resultierenden Leistungserhöhung. In seinen Fahrleistungen übertraf er den 500 K noch einmal ganz erheblich. Der Motor erwies sich dabei nach wie vor als beeindruckend laufruhig und kultiviert,vermitteltejedoch seine enorme Kraft auch aus niederen Drehzahlbereichennoch eindrucksvoller als zuvor.

Zweifellos gehören die legendären Cabriolet-Versionen Sindelfinger Produktion wie das 540 K Cabriolet B zu den attraktivsten Automobilen der späten dreißiger Jahre schlechthin und stehen damit in einer Reihe mit den Design-Schöpfungen der großen automobilen Couturiers jener Zeit wie zum Beispiel Erdmann & Rossi in Deutschland, Van den Plas in Belgien, Freestone& Webb in England, Saoutchik in Frankreich oder Figoni&Falaschi in Italien.

Die Geschichte...

 ...oder wie es ihm über die Jahre erging

Das Mercedes-Benz 540 K Cabriolet B wurde im September 1938 an den Botschafter Dr. Gustav Heinriquez der Dominikanischen Republik nach Berlin ausgeliefert. Ein Auszug aus dem Kommissionsbuch der Daimler-Benz AG liegt vor. Während des zweiten Weltkriegs wurde das Fahrzeug in England eingelagert und später in die USA überführt. Mitte der 1960er-Jahre erwirbt ein Sammler aus Oregon den Wagen und nutzt diesen für gelegentliche Ausfahrten. Ein US-Title aus dem Jahre 1977 ist vorhanden. Der Sammler veräußert das Fahrzeug Ende der 1970er-Jahre nach Deutschland, wo der Wagen bis 1983 bei einem Eigentümer verbleibt. Seit rund 34 Jahren befindet sich der 540 K in der Hand seines aktuellen Besitzers aus Deutschland. Die Historie ist umfangreich dokumentiert. Ein FIVA Wagenpass aus dem Jahre 1986 liegt vor.

Der Zustand...

...oder wie er wirklich ist: original, geliftet oder komplett restauriert?

Der Wagen ist weitgehend in seinem Originalzustand, das heißt eine "frame-off Restaurierung" wurde ganz offensichtlich nie durchgeführt. Lediglich Lackierung und Innenausstattung wurden vor mehr als einem Jahrzehnt überarbeitet. Die gesamte Technik funktioniert, Motor Matching Number.

Die Verwendung...

...oder was kann er denn noch?

Das 540 K Cabriolet ist eines von 296 Exemplaren aus der 500 K / 540 K Baureihe und dürfte in diesem Zustand sowie mit seiner herausragenden Historie eine besondere Rarität sein. Im Zuge der in aller Regel bei hochwertigen Spitzenfahrzeugen durchgeführten Komplettrestaurierungen sind solche Unikate eine äußerst seltene Gelegenheit eine original erhaltene Ikone der frühen Automobilgeschichte zu erwerben.
Die mittelfristig steigende Wertentwicklung einer solch herausragenden Fahrzeuglegende als Kapitalanlage steht außer Frage.