Jetzt beginnt die Planung für die nächste Oldtimer-Saison

Das Jahr geht zu Ende, die Schätzchen werden geschont und befinden sich nun, zum größten Teil zumindest, im Winterschlaf. Obwohl, was spricht eigentlich dagegen auch in der kalten Jahreszeit bei trockenen und vor allem salzfreien Tagen das gute Stück einmal lustvoll auszuführen. Langes Stehen, dass wissen wir von uns selber, tut nicht gut. Geschlossen jetzt zu fahren ist eh kein Problem, und offen, gut eingepackt mit Felljacke, Schal, Mütze und bis zum Anschlag geöffneter Heizung - ein wirklich ganz besonderes Erlebnis! Und trotzdem sehnen wir uns natürlich schon jetzt nach der Zeit, in der auf den Wochenmärkten die Leute Schlange stehen wenn der erste Spargel angeboten wird.

Aber die Zeit bis dahin lässt sich auch mit der Planung von Ausfahrten und der Teilnahme an Veranstaltungen überbrücken. Wobei die Anzahl automobilhistorischer Events immer noch weiter zunimmt. Waren es im Jahr 2000 in Deutschland gerade mal 600, so sind es heute jährlich weit mehr als 2000. Also ein fast unüberschaubares Angebot! 

Vielleicht wollen Sie sich aber auch mal diesbezüglich über die Grenzen von Deutschland hinaus orientieren? Ganz verwegen war die im Frühjahr 2015 von der mittlerweile 79 Jahre alten Heidi Hetzer in Berlin begonnene „Single-Tour“ rund um die Welt mit einem Hudson Baujahr 1930! Sozusagen eine Hommage von Heidi Hetzer an Clärenore Stinnes, die in den 1920er Jahren eine für damalige Verhältnisse sensationelle Weltreise mit einem Adler Standard 6 unternommen hatte. Ein auch heute noch unglaublich mutiges, aber auch äußerst bewundernswertes Unternehmen, das mittlerweile 20 Monate andauert und im nächsten Frühjahr nach zwei Jahren zu Ende gehen soll. 

Neben unzähligen Pannen mit zum Teil sehr aufwändigen Reparaturen hat Heidi Hetzer bei der Suche nach einem Ölverlust bei laufendem Motor den kleinen Finger ihrer rechten Hand verloren und erlitt im letzten Frühjahr eine Krebserkrankung. Sie flog zurück nach Deutschland, ließ sich operieren, flog wieder zurück zu ihrem „Hudo“ und weiter ging die Reise. Als ob dies alles nicht genug an Schicksalsschlägen gewesen wäre, wurde ihr dann in Argentinien ihre Handtasche mit sämtlichen Papieren, Scheckkarten, Bargeld, Handy und vor allem sämtlichen Aufzeichnungen der Reise aus dem Jahr 2016 gestohlen. An einen Abbruch ihrer Tour dachte sie jedoch trotzdem nie. Inzwischen ist sie in Südafrika, wartet auf einen komplett überholten Motor, der zwar schon vor Ort eingetroffen ist, jedoch wegen irgendwelcher Formalitäten nicht durch den Zoll kommt. Weit über 70.000 km hat sie bis jetzt zurückgelegt und es werden bis zu ihrer Ankunft im nächsten Frühjahr in Berlin noch einige tausend Kilometer hinzukommen. Eine wahrhaft eiserne Lady, die ein Denkmal in der Oldtimer-Szene verdient hat! 

Nicht ganz so spektakulär, aber trotzdem nicht ohne Mangel an Abenteuern ist die mit einer Distanz von 12.000 km älteste Langstrecken-Rallye der Welt von Peking nach Paris, deren nächstes Revival aber erst im Jahr 2019 wieder ansteht. Es bliebe also noch genügend Zeit für die Vorbereitung! Ebenfalls in China finden dagegen im September nächsten Jahres die „Top City Classic Rallyes“ jeweils in Beijing und in Shanghai statt. 

Wer den südafrikanischen Kontinent einmal gerne unter die Räder nehmen möchte, dem sei die „Classic Safari Challenge“ empfohlen. Eine 28 Tage lange Safari-Rallye, die im Oktober/ November 2017 vom Indischen Ozean bis zu Namibias Skeleton-Küste führt. Die „Baltic Classik Rallye“ im nördlichen Europa findet im Mai / Juni 2017 statt und führt 14 Tage lang von Kopenhagen durch Schweden, Finnland, Estland, Litauen, Polen und endet in Berlin. Wer etwas wärmere Breitengrade vorzieht, dem sei die „Blue Train Challenge“ im September 2017 empfohlen, eine „Vintage and Pre '62 Sportscar-Tour“, die im französischen Deauville startet und im mondänen Cannes endet. 

Aber auch der nord- und südamerikanische Kontinent hat außerordentlich Interessantes zu bieten. So findet im November / Dezember 2017 die auf 28 Tage angesetzte „Rallye of Incas“ statt. Sie beginnt an der Ostküste in Buenos Aires / Argentinien, durchquert Chile und endet an der Westküste in Lima/Peru. Eine Classic Rallye ebenfalls ganz besonderer Art organisiert „The Endurance Rallye Association“, allerdings erst im Mai / Juni 2018:  die dreiwöchige „Trans America from Charlston to Seattle“. Eine Tour von der Ost- bis zur Westküste quer durch die USA, die an die legendären (aber verbotenen) „Cannenball-Races“ in den zwanziger und vor allem siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts erinnert. Wer wollte da nicht dabei sein? 

Doch gemach, gemach, das alles sind nur einige wenige Beispiele, sozusagen als „Appetizer“ aus einem weltweiten Angebot. Und bei aller Begeisterung hat natürlich nicht jeder die Zeit, oder möchte nicht den Aufwand auf sich nehmen, an solch aufwändigen, wenn auch absolut faszinierenden Events teilzunehmen. Deshalb kommen wir wieder auf die eingangs erwähnte Fülle von Veranstaltungen hier bei uns in Deutschland oder im benachbarten Ausland zurück, bei denen es auch historische Rallyes, wie z.B. die „Baiersbronn Classic“ (21. - 24. September 2017) oder die „Paul Pietsch Classic“ (09. - 10. Juni 2017) gibt, die für uns aus dem Raum Stuttgart ja fast vor der Haustüre liegen. 

Abschließend noch ein Tipp: Das Classique Car Diary (http://www.classiquecardiary.de/) gibt einen internationalen Jahresüberblick über die wichtigsten Events, Ausstellungen, Auktionen, Messen, usw. und ist damit ein verlässlicher Partner für jeden Oldtimerenthusiasten. 

Und nun wünschen wir Ihnen viel Spaß bei der Planung und Vorbereitung Ihrer privaten Ausfahrten, Classic Rallyes, Concours Veranstaltungen und sonstigen automobilen Erlebnisse. Und vergessen Sie dabei nicht: auch der Winter hat seine sonnigen Seiten!